Materialboard von Lebensformen mit Holz-, Stein- und Teppichmustern, Farbfächern und Handskizzen auf Eichenparkett, beschriftet von Aufnahme bis Wirkung

Kein Raum wie der andere. Weil kein Mensch wie der andere ist.

Holz, Stein, Textil, Farbe.

Auf dem Bild liegen sie noch lose rum. In ein paar Monaten sind sie ein Zuhause.

Und zwar nicht irgendeines. Sondern Ihres.

Was liegt da eigentlich auf dem Boden?

Ein Materialboard.

Der Moment, in dem ein Konzept zum ersten Mal greifbar wird.

Rund um eine zentrale Musterplatte liegt alles, was später im Raum zusammenspielen soll:

  • Handskizzen und kolorierte Perspektiven
  • Farbfächer und Farbkarten für Wände, Decken und Einbauten
  • Bodenmuster aus Holz, Naturstein und Teppich
  • Textilien, Fliesen, Oberflächen — bis hin zum Lichtschalter

Nichts davon liegt zufällig da.

Jedes Muster hat Matthias Keller selbst ausgewählt. Nicht für irgendein Haus. Sondern für einen ganz bestimmten Menschen.

Woher weiss Matthias, welche Materialien zu Ihnen passen?

Er hört zu. Und er schaut genau hin.

Ein Materialkonzept beginnt nicht mit Mustern. Es beginnt mit einem Gespräch.

Darin geht es weniger um Materialien als um Sie:

  • Wer sind Sie und was passt zu Ihnen?
  • Wie wohnen Sie heute und was fehlt Ihnen?
  • Wo kommen Sie ins Erzählen, wo werden Sie still?
  • Was fassen Sie an, was lehnen Sie spontan ab?
  • Welche Orte, Reisen oder Bilder haben Sie geprägt?

Aus vielen kleinen Beobachtungen entsteht ein Bild. Von Ihrem Tempo. Ihrem Bedürfnis nach Ruhe oder Leben. Ihrem Sinn für Ordnung, für Handwerk, für Geschichte.

Dieses Bild übersetzt Matthias in Material.

Drei Charaktere, drei Materialwelten

Die Ruhesuchende. Sie mag es klar und aufgeräumt, der Alltag ist laut genug. Ihr Materialboard ist leise: geölte Eiche, matter Kalkputz, Leinen, gedeckte Erdtöne. Wenige Materialien, viel Ruhe.

Der Gastgeber. Bei ihm ist das Haus selten leer. Er braucht Oberflächen, die etwas aushalten und trotzdem Wärme ausstrahlen: Naturstein mit lebendiger Zeichnung, kräftige Farbakzente, Textilien, die den Geräuschpegel dämpfen, wenn der Tisch voll ist.

Die Sammlerin. Sie liebt Dinge mit Geschichte. Ihr Raum darf Spuren zeigen: Terrazzo, gebürstetes Messing, das mit den Jahren nachdunkelt, raue neben glatten Flächen. Ein Hintergrund, vor dem ihre Fundstücke wirken.

Natürlich ist niemand nur ein Typ.

Darum skizziert Matthias schon im Gespräch. Die Skizze zeigt, ob die Richtung stimmt, bevor ein einziges Muster bestellt ist. Mehr dazu in Visualisieren, skizzieren, kolorieren.

Tipp: Bringen Sie mit, was Sie berührt.

Ein Foto aus den Ferien, ein Lieblingsstück, ein Stoff, eine Farbe, die Sie nicht loslässt.

Solche Dinge verraten oft mehr über Ihren Stil als jeder Katalog.

Harmonie: Welche Materialien gehören zusammen?

Harmonie heisst nicht, dass alles gleich aussieht.

Harmonie heisst: Jedes Material hat seine Rolle.

  • Der Grundton trägt den Raum, oft Boden und grosse Wandflächen
  • Die Begleiter nehmen ihn auf, etwa Einbauten, Textilien, Türen
  • Der Akzent setzt einen Punkt, sparsam und bewusst

Wer diese Rollen klar verteilt, braucht nicht viele Materialien. Und der rote Faden zieht sich durch das ganze Haus, statt in jedem Raum neu anzufangen.

Kontraste: Warum braucht auch ein ruhiger Raum Spannung?

Weil ein Raum ohne Kontrast flach wirkt. Wie ein Foto ohne Schatten.

Spannung entsteht, wenn Gegensätze sich begegnen:

  • Matt und glänzend: Matte Flächen beruhigen, glänzende fangen das Licht ein
  • Rau und glatt: Struktur lädt zum Berühren ein, Glätte ordnet
  • Warm und kühl: Holz neben Stein, Textil neben Metall
  • Hell und dunkel: Tiefe, die den Raum gliedert

Die Kunst liegt in der Dosis. Bei der Ruhesuchenden ist der Kontrast ein Flüstern. Beim Gastgeber darf er lauter sein.

Funktion: Was muss ein Material im Alltag können?

Schön allein reicht nicht.

Jedes Material arbeitet mit. Für die Akustik, das Licht und den Alltag.

  • Akustik: Glas, Stein und glatte Fliesen werfen Schall zurück. Holz, Teppich und Textilien beruhigen ihn. Mehr dazu in Akustik im Raum.
  • Licht: Helle, matte Flächen verteilen Tageslicht sanft im Raum, dunkle schlucken es. Dieselbe Farbe wirkt morgens anders als am Abend. Mehr dazu in Licht in Innenräumen.
  • Pflege: Eine Familie mit Hund braucht andere Oberflächen als ein Paar, das viel reist. Manche Materialien sollen makellos bleiben, andere dürfen Patina ansetzen. Eine ruhige Alternative: fugenlose Beläge.

Ein schöner Boden, der nach zwei Jahren müde aussieht, ist kein schöner Boden.

Warum bemustern wir mit echten Mustern, bis zum Lichtschalter?

Weil man Material nicht am Bildschirm beurteilen kann.

Eiche fühlt sich warm an, Naturstein kühl. Ein Hochflorteppich schluckt Schritte, eine Fliese gibt sie zurück. Und ein Grau wirkt neben Eiche wärmer als neben Schwarz.

Das sieht und spürt man erst, wenn die Muster nebeneinanderliegen. Im echten Raum, bei echtem Licht. Und das Konzept hört nicht beim Boden auf.

Schalter, Griffe, Fugen, Sockelleisten: Sie sehen sie jeden Tag. Darum gestaltet Matthias auch das, was anderswo erst auf der Baustelle entschieden wird. Auf unserem Materialboard liegt ein schwarzer Schalter direkt auf der Eiche. Klein, aber entscheidend.

Tipp: Muster dort anschauen, wo sie hinkommen.

Bodenmuster auf den Boden, Wandfarben an die Wand. Einmal bei Tageslicht, einmal am Abend. Erst dann entscheiden.


In eigener Sache: Ein Jahr Lebensformen-Blog — was ist geblieben?

Im Herbst 2025 haben wir mit diesem Blog begonnen.

Seither sind über ein Dutzend Beiträge entstanden. Sie zeigen, wie wir denken, bevor wir bauen:

Danke fürs Lesen, Teilen und Nachfragen.

Das nächste Kapitel steht schon an: Im November zeigen wir Teil 2 vom Typenhaus — mit Studioanbau, gedecktem Sitzplatz und Badebrunnen.


Häufige Fragen

Was ist ein Materialboard?

Ein Materialboard bringt alle Materialien, Farben und Oberflächen eines Projekts zusammen — als echte Muster. So sehen und spüren Sie, wie Boden, Wände, Textilien und Details zusammenwirken, bevor bestellt und gebaut wird.

Ich weiss gar nicht, welcher Stil zu mir passt. Ist das ein Problem?

Im Gegenteil. Genau dafür ist das erste Gespräch da. Sie müssen keinen Stil benennen können. Es reicht, dass Sie erzählen, wie Sie leben möchten.

Kann ich bestehende Möbel oder Lieblingsstücke einbringen?

Unbedingt. Oft wird ein Erbstück, ein Teppich oder ein Bild sogar zum Ausgangspunkt für das ganze Materialkonzept.

Wann im Projekt entsteht das Materialkonzept?

So früh wie möglich — idealerweise, bevor Offerten eingeholt und Bestellungen ausgelöst werden. Denn Materialentscheide beeinflussen Kosten, Termine und viele Details der Ausführung.

Gute Materialien passen zum Raum. Die richtigen passen zu Ihnen.

Sie planen einen Umbau, ein neues Bad oder einfach mehr Ruhe im Raum?

Erzählen Sie uns, wie Sie leben möchten. Die passenden Muster legen wir dann gemeinsam.

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