Um- und Anbau eines Hauses am Waldrand (Teil 1)
Sanierung, energetische Erneuerung und der Abschied vom Täfer-LookEin Haus wie viele andere.
Gebaut in den 80er- und 90er-Jahren, nach Katalog, mit Verstand statt Extravaganz.
Und doch: mit einem eigenen Potenzial, das erst freigelegt werden muss.
Genau hier beginnt unsere Arbeit.
Nicht mit dem grossen Wurf, sondern mit dem genauen Blick: auf Bausubstanz, Grundriss und das, was ein Gebäude aus dieser Zeit tatsächlich mitbringt.
Unsere Rolle in diesem Projekt: Gestaltung aus einer Hand.
Als Innenarchitekten entwickeln wir nicht nur den Bauablauf, sondern jede gestalterische Entscheidung selbst – Materialwahl, Farbkonzept, Raumwirkung.
Das unterscheidet uns von einer reinen Bauleitung: Wir bringen die Ideen, nicht nur die Koordination.
Inhaltsverzeichnis
- Kennt man Haus und Herd Typenhaus AG?
- Was zeichnet die Bauweise dieser Zeit aus?
- Was sind die Ziele des Renovationseingriffes?
- Welche Bauteile werden verändert und erneuert?
- Waren Altlasten ein Thema?
- Wie geht es weiter?
- Häufige Fragen
Kennt man Haus und Herd Typenhaus AG?
Haus und Herd Typenhaus AG – vielen, die in den 80er- und 90er-Jahren im Schweizer Mittelland ein Eigenheim gebaut haben, sagt der Name etwas.
Die Bauweise: grundeinfach. Ohne Schnickschnack, dafür mit klarer Kostenkontrolle.
Realisiert wurden die Objekte damals mit regionalen Unternehmern – solide Handwerksarbeit, die bis heute trägt.
Energetisch und akustisch sind diese Typenhäuser nicht über alle Zweifel erhaben. Vor 30, 40 Jahren war das kein Thema. Heute ist es der zentrale Ansatzpunkt jeder Sanierung.
Was zeichnet die Bauweise dieser Zeit aus?
Eine rationale Bauweise prägt das Erscheinungsbild: die Mischung aus Massiv- und Holzbau.
Kompakt, funktional, auf das Wesentliche reduziert – typisch für die kleinen Wohnbauten dieser Epoche.
Ausgestattet mit allen Raumeinheiten, die sich damalige Eigenheimbesitzer:innen vorstellten:
- Untergeschoss: Technikraum, Keller, Schutzraum
- Erdgeschoss: Wohnen, Essen, Küche
- Obergeschoss: Schlafräume, unter dem hohen Dachbereich
Ein Grundriss, der Generationen lang funktioniert hat – und der heute die Basis für etwas Neues bildet.
Was sind die Ziele des Renovationseingriffes?
Unsere Kunden übernehmen das Gebäude am Waldrand, im Siedlungsgebiet des Jurasüdfusses, im ursprünglichen Bauzustand.
Das Ziel: eine umfassende Sanierung. Energetisch so weit wie möglich optimiert. Und eine Erweiterung um einen separat zugänglichen Studioanbau – dazu mehr im zweiten Teil dieser Serie.
Gestalterisch heisst das: Abschied vom Täfer-Look, der den Innenausbau bislang prägte.
An seine Stelle tritt ein neues Material- und Farbkonzept – zeitgemäss, hell, mit einer frischen Raumatmosphäre, die dem bestehenden Gebäude eine neue Identität gibt.
Welche Bauteile werden verändert und erneuert?
Der Renovationseingriff in das bestehende Gebäude umfasst mehrere Bereiche gleichzeitig:
- Energetische Sanierung der gesamten Aussenhülle: Dach, Fassade und Fenster
- Ersatz des Heizsystems: von Elektrospeicher auf Wärmepumpe
- Anpassung der Wärmeverteilung: von Speicheröfen auf Bodenheizung
- Erneuerung aller Wand- und Bodenoberflächen in sämtlichen Innenräumen – im Obergeschoss neu Teppich, im Erdgeschoss Parkett
Eine energetische Sanierung dieses Umfangs verändert nicht nur den Komfort. Sie verändert den Energieverbrauch des gesamten Gebäudes – spürbar und nachhaltig.
Eine Sanierung dieses Umfangs dauert in der Regel rund fünf bis sechs Monate. Da es sich um eine Gesamtsanierung handelt, haben unsere Kunden während dieser Zeit nicht im Haus gewohnt.
💡 Tipp: Wer eine ähnliche energetische Sanierung plant, kann von kantonalen Förderprogrammen profitieren – etwa im Rahmen des Gebäudeprogramms von Bund und Kantonen. Ob und in welcher Höhe eine Förderung möglich ist, hängt vom Kanton, dem Umfang der Massnahmen und dem Zeitpunkt der Antragstellung ab. Eine frühzeitige Abklärung lohnt sich.
Waren Altlasten ein Thema?
Ja. Verschiedene Bauteile waren mit asbesthaltigem Material versetzt – keine Seltenheit bei Bauten aus dieser Zeit.
Eine partielle Spezialsanierung war unumgänglich, bevor die eigentlichen Umbauarbeiten beginnen konnten.
Für Eigentümerschaften älterer Liegenschaften gilt: Asbest ist bei Bauten bis ca. 1990 keine Ausnahme, sondern eine reale Möglichkeit – in Bodenbelägen, Fassadenplatten, Dichtungen oder Heizungsanlagen.
Wie geht es weiter?
Der zweite Teil dieser Serie folgt voraussichtlich im November. Dann zeigen wir die Erneuerung auch im Aussenbereich: die Gesamtwirkung der Liegenschaft mit Studioanbau, grossem gedecktem Sitzplatz und Badebrunnen. Sichtbar wird vor allem eines: wie aus dem grauen Mäuschen am Waldrand eine spektakuläre Liegenschaft mit vielen spannenden Details wird – gestalterisch, aber auch als Gewinn an Lebensqualität für die neuen Eigentümer. Wer vor dem Kauf einer älteren Liegenschaft wissen möchte, was sich hinter Fassade und Bodenbelag verbirgt, findet im Beitrag «Was Sie beim Kauf nicht sehen, zahlen Sie danach» vertiefende Einblicke – aus einer anderen Ausgangslage, mit demselben Anspruch an Sorgfalt.
Zum Beitrag «Zustandsanalysen und Schätzungen mit Baufachwissen» →
Planen Sie den Um- oder Anbau eines Eigenheims?
Wir begleiten Sie von der ersten Bestandsaufnahme bis zur Umsetzung – mit Blick für Bausubstanz, Energieeffizienz und zeitgemässe Raumatmosphäre. Jetzt unverbindlich Kontakt aufnehmen.
Jetzt unverbindlich Kontakt aufnehmen.
Kontakt – Werkschau – Termin anfragen
Häufige Fragen
Lohnt sich die Sanierung eines Typenhauses aus den 80er-Jahren?
In den meisten Fällen ja. Die Bausubstanz ist solide, der Grundriss funktional – eine gute Basis für eine zeitgemässe, energieeffiziente Erneuerung. Entscheidend ist eine sorgfältige Bestandsaufnahme vor Baubeginn.
Muss bei jedem Haus aus dieser Bauperiode mit Asbest gerechnet werden?
Nicht zwingend, aber die Wahrscheinlichkeit ist erhöht. Bauten bis ca. 1990 enthalten häufig asbesthaltige Materialien in Bodenbelägen, Fassadenplatten oder Heizungsanlagen. Ein Schadstoffgutachten vor Sanierungsbeginn schafft Klarheit.
Was bringt der Wechsel von Elektrospeicher- auf Wärmepumpenheizung?
Eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs und der Betriebskosten. Kombiniert mit der energetischen Sanierung der Gebäudehülle lässt sich der Heizbedarf oft markant senken.
Warum wird der Studioanbau in diesem Beitrag noch nicht gezeigt?
Weil wir Um- und Anbau bewusst in zwei Etappen zeigen. Im zweiten Teil, voraussichtlich im November, folgt die Gesamtwirkung der Liegenschaft mit Studioanbau, grossem gedecktem Sitzplatz und Badebrunnen.
Ein Typenhaus wird zum Unikat – nicht durch den Abriss, sondern durch den Blick fürs Wesentliche.









